Vintage Box : 68k Mac / Mac OS

Einführung

 Was läuft wo und wie ?
 Systemzusätze
 Systemübersicht

Das Revolutionäre bei seiner Einführung (1984) war nicht unbedingt die Hardware, sondern die Kombination aus Computer und Betriebsystem (engl.: Operating System, kurz OS).
Während man sich bei vielen Computern bis Anfang der 90er Jahre noch mit aufwendigen Tastatureingaben rumschlagen mußte um dann die Reaktionen als Text oder Blockgrafik auf dem Monitor zu sehen, hatte der Mac von Anfang an eine grafische Benutzeroberfläche mit Menüleiste am oberen Bildschirmrand und ließ sich bequem mit ein paar Mausklicks bedienen.
Sicher, dieses frühe OS hatte noch einige Schwächen und kleinen Fehler, doch im Vergleich zu gewissen heute weit verbreiteten Systemen waren die Probleme geradezu lächerlich.
 
Den Apple-Entwicklern war klar, daß der Mac sowie das Mac OS, jederzeit an neue Entwicklungen anpassbar sein mußte. Um diese Kompatibilität zu gewährleisten wurde das OS aus mehreren Teilen zusammengesetzt.
Wichtige Steueraufgaben (z.B. von Diskettenlaufwerk oder Festplatte) sowie grundlegende Prozesse des Betriebsystems befinden sich in einem Festspeicher (ROM) auf dem Computerboard.
Die Datei "System" enthält alles Wesentliche um die Hardware zu aktivieren, die Daten zu verwalten, die Grafik aufzubauen und mehr. Sie bindet die ROM-Routinen ein, erweitert diese oder ersetzt sie durch aktuellere Systemteile. Der "Finder" verwaltet die Benutzeroberfläche und bildet die Schnittstelle zwischen Mac und Anwender. Beide Dateien befinden sich im Systemordner. Zeichensätze, Zubehör und Erweiterungen die man in den Systemordner legt, werden erkannt und ins Mac OS eingebunden.
Hierdurch besteht die Möglichkeit ,das OS zu aktualisieren oder an neue Hardware anzupassen, ohne gleich das ganze Betriebsystem neu entwickeln zu müssen.
Hieraus erklären sich auch die unterschiedlichen Versionsnummern der älteren Systeme. Zum Beispiel enthält das Mac OS in der Version 2.0 das System 3.3 und den Finder 5.4 (siehe Systemübersicht).
Ein weiterer Effekt dieses Aufbaus ist, daß der Benutzer das OS nach seinen Bedürfnissen anpassen kann, indem er Komponenten entfernt oder hinzufügt. Das geht natürlich nur in gewissen Grenzen. Man kann sich also kein neues Betriebssystem basteln.
 
Das Erscheinen von OS 6 gab dem Mac neuen Auftrieb und förderte seine Verbreitung. Es war schnell und komfortabel. Durch den Multifinder, der ab OS 7 ins System eingebunden ist und nicht mehr extra aufgerufen werden muß, kann man mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen und Text, Bilder sowie andere Objekte zwischen ihnen hin und her schieben oder kopieren.
Bei diesem Multitasking-System (multi=viel,mehrfach ; task=Aufgabe,Arbeit) wird real allerdings Rechenzeit zwischen den laufenden Programmen aufgeteilt, was die Geschwindigkeit der einzelnen Anwendungen reduziert - bei langsamen Computern und vielen aktiven Programmen sogar merklich.
 
Mit Einführung von OS 8 machte das gründlich überarbeitete Betriebsystem einen entscheidenden Schritt nach vorne. Das Erscheinungsbild wurde geändert, die Menüleiste den neuen Funktionen angepaßt, die Multitasking-Fähigkeit verbessert und vieles mehr. Für 68k Macs ist diese Version allerdings die letzte. Sie erwartet eine 040 CPU und entpuppt sich als Speicherfresser.
(Tipp: "Vintage Box : 68k Mac - Flickwerk", OS 8 für 030 Macs )
 
Das erste OS war knapp 200 kB groß, OS 8 mit ca. 60 MB rund 300 mal größer und es benötigt bis 10 MB RAM oder mehr.
 

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