Vintage Box : Motorrad / Yamaha SR 500

1978: Einführung der Yamaha SR 500 (2J4) für ca. 4500 DM.
1 Zyl. 2-Ventiler mit 27(33) PS, 34er Mikuni-Rundschiebervergaser mit Beschleunigerpumpe und 300er Hauptdüse, Speichenräder vorn 19 Zoll m. Scheibenbremse, hinten 18 Zoll m. Trommelbremse, 12-Liter-Tank
 
1979: Verstärkte Tankhalterung, reduziertes Kipphebel-Einbauspiel, Ölpumpengehäuse mit 5 Schrauben (vorher 3), wahlweise Gußräder (+150 DM).
1980: 200mm Scheinwerfer, verstärkte Ladespule, stabilere Kühlrippen.
1981: viberationsunempfindlicher Krümmer (3-wandig)
 
1984: Neue Modellversion (48T) mit 27(34) PS, 18-Zoll V-Rad, geschlitzte Bremsscheibe, 170mm Scheinwerfer, leichterer Kolben, stärkerer Ölabstreifring, höherer Nockenhub, verbesserte Kipphebel und -wellen, Öleitung zur Auslaßkipphebelwelle (vorher Einlaß), größeres Auspuffvolumen, geänderter Luftfilter u. Vergaser (270er Hauptdüse bei 27 PS), Schmiernippel f. Schwingenachse, O-Ringkette, mit Rahmen verschraubte Träger f. hintere Fußrasten, Sitzbank ohne Heckblende, Soziushaltegriff am Heck, schmalerer Lenker.
1987: 14-Liter-Tank
1988: wahlweise Trommelbremse (+100 DM)
 
1991: Leistungsbegrenzung auf 24 PS, niedrigere Verdichtung, geänderte Steuerzeiten, Flachschieberversager, veränderter Hinterradantrieb.
1992: nur noch mit Trommelbremse (500T).
1993: Seitenständer mit Killschalter.

Die Yamaha SR 500 entstand aus der Idee eine XT 500 zum straßensportlichen Allrounder umzubauen. Erste Versuche des meerbuscher Importeurs wurden von Yamaha aufgenommen und führten zur Entwicklung der SR 500. Neben einem straßentauglichen Fahrwerk erhielt sie einen anderen Vergaser, eine Kurbelwelle mit mehr Schwungmasse und ihre typisch-klassische Optik.

SR 500

Die SR 500 erlebte im Laufe der Jahre einige technische Veränderungen (siehe links) und wurde immer wieder in neuen Farbkombinationen ausgeliefert, verlohr aber nie ihre typische Ausstrahlung.
 
Übrigens: Die japanische Version der SR besitzt nur 400ccm. Eine US-Version wurde mit hinterer Scheibenbremse produziert (SR 500 E).

Entgegen einiger Gerüchte, läßt sich die SR leicht antreten. Die Geschichten von gebrochenen Beinen gehören ins Land der Märchen. Spätestens beim dritten Versuch muß sie laufen. Wenn nicht, liegt ein Defekt vor (Vergase, Motor, Elektrik).
Die Maschine ist sehr robust und relativ wartungsfreundlich. Etwas vernachlässigte Wartungsintervalle steckt sie locker weg. Bei Wechsel des Hinterradreifens ist allerdings meist auch eine neue Kette fällig.
 
Einige Nachteile : wegrostende Sitzbank (2J4), schlechte Ölversorgung im Kopf (2J4), Kolbenverschleiß mit erhöhtem Ölverbrauch (2J4), festrostende Schwingenachse u. -lager (2J4), rostanfällige Auspuffanlage (bes. Krümmer), Materialermüdung am Hauptständer, weiche Federbeine, schlechte Trommelbremse vorne (500T), anfällige Lichtmaschinen- und Erregerspulewicklung, einlaufende Kupplungsdruckmechanik.
 
Sinnvolle Änderungen : Schmiernippel f. Schwingenachse/lager (2J4), Hagon oder Ikon(Koni) Stoßdämpfer, doppelte Direktschmierung f. Ventiltrieb, offener Einlaßansaugstutzen und 300er Hauptdüse f. 34 PS (mit TÜV-Gutachten), K&N Austauschluftfilter, einwandiger VA-Krümmer m. größerem Durchlaß, Gummifaltenbälge zum Schutz der Gabel, Stahlflex-Bremsleitung.

Verweise